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Auch Doctena.nl will das Funda für Ärztinnen und Ärzte werden
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Marine · Content strategist at Doctena
Veröffentlicht am 13. Oktober 2015

In nahezu allen europäischen Ländern und den USA ist es bereits selbstverständlich: online einen Termin bei einer Hausärztin, einem Hausarzt oder einer Fachärztin der eigenen Wahl zu vereinbaren. In den Niederlanden ist das mit der eigenen Hausärztin oder dem eigenen Hausarzt manchmal möglich, doch es gibt kaum Anbieter, die diesen Service als eine Art „booking.com für mehrere Hausärzte“ bündeln. Doctena, ein Unternehmen, das nach eigenen Angaben bereits für zehn Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte in Luxemburg Online-Termine organisiert, ist diese Woche in Amsterdam gestartet.
Die Online-Terminbuchung zwischen Patientinnen, Patienten und Gesundheitsdienstleistern ist ein Markt, in dem Investoren Potenzial sehen. Heute wurde zum Beispiel bekannt, dass der französische Mitbewerber DoctoLib 13 Millionen Euro vom VC-Investor Accel eingesammelt hat. Das osteuropäische Docplanner hat in diesem Sommer ebenfalls 10 Millionen Euro aufgenommen, während ZocDoc in den USA auf dem Papier inzwischen fast 2 Milliarden wert ist.
Das Konzept von Doctena ist also nicht völlig neu. Unternehmer Olaf van Schagen hatte zuvor versucht, das Modell mit dem Start-up Doktervrij.nl in den Markt zu bringen. Aus seiner Sicht war es jedoch klüger, sich einem größeren Anbieter anzuschließen. Seit November ist er deshalb Country Manager für die Niederlande bei Doctena. Van Schagen hat einen Hintergrund in Online-Konsumentenservices. Er war Business Development Director bei bol.com und in den vergangenen Jahren für den Online-Dating-Service parship.nl verantwortlich. Auch Doctena-Gründer Patrick Kersten aus Luxemburg hat einen ähnlichen Hintergrund: Er war Gründer von atHome, Luxemburgs größtem Immobilienportal.
Konsumenten wollen mehr Komfort bei der Hausärztin oder beim Hausarzt
Warum sind die Niederlande bei dieser Art Services relativ spät dran? Laut Van Schagen ist der niederländische Gesundheitsmarkt eher konservativ, und das Modell der namentlichen Anmeldung bei einer festen Hausärztin oder einem festen Hausarzt ist eine potenzielle Hürde für neue Anbieter. Der Doctena-Country Manager sieht die Online-Terminbuchung vor allem als Komfortservice, auf den Patientinnen und Patienten warten.
Der eHealth-Monitor von Nictiz, der vergangene Woche erschien, scheint ihm in diesem Punkt recht zu geben: Patientinnen und Patienten sehen den Mehrwert der Online-Terminvereinbarung mit der Hausärztin oder dem Hausarzt klar, doch das Angebot der Hausärztinnen und Hausärzte entspricht den Erwartungen noch nicht. Laut Monitor geben 27 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte an, die Online-Terminvereinbarung anzubieten (siehe Tabelle). Van Schagen vermutet jedoch, dass Hausärztinnen und Hausärzte hier ihr eigenes Angebot etwas zu optimistisch einschätzen; in Amsterdam geht er nach seinen bisherigen Erfahrungen davon aus, dass dies bei jeder zehnten Hausärztin oder jedem zehnten Hausarzt möglich ist.
Termine vor allem bei der eigenen Hausärztin oder dem eigenen Hausarzt
Das Angebot an Hausärztinnen und Hausärzten auf Doctena.nl ist aktuell sehr begrenzt: nur in der Region Amsterdam und nicht mehr als acht. Ein Vertriebsteam startet jedoch in diesem Herbst, um weitere Hausärztinnen, Hausärzte und Fachärztinnen, Fachärzte zu gewinnen. Grundsätzlich kann eine suchende Patientin oder ein suchender Patient bald über Doctena.nl aus mehreren Hausärztinnen und Hausärzten wählen. Van Schagen geht jedoch davon aus, dass das System hauptsächlich genutzt wird, um Termine bei der eigenen Hausärztin oder dem eigenen Hausarzt zu vereinbaren. Doctena tritt damit in Konkurrenz zu bestehenden Patientenportalen und Softwareanbietern für Hausarztpraxen, die ebenfalls Online-Terminmodule anbieten.
Laut Van Schagen konzentrieren sich diese klassischen Softwareanbieter aber primär auf die Ärztin oder den Arzt. Sie haben noch keine gute mobile App, keine nutzerfreundliche Website und deutlich weniger Erfahrung mit Online-Auffindbarkeit und Marketing. Doctena soll vor allem ein deutlich besseres Nutzererlebnis für Patientinnen und Patienten bieten, die Termine planen und gegebenenfalls ändern möchten. Laut Van Schagen gibt es in den Niederlanden dutzende Anbieter von Hausarztsoftware; dass sie alle die nötige Größe haben, um in diesem Bereich weiterhin zu innovieren, sei unwahrscheinlich – schon weil die größeren Player international arbeiten müssen, um wirtschaftlich zu sein.
Vorteil für Hausärztinnen und Hausärzte
Obwohl Doctena betont, nicht davon auszugehen, dass Patientinnen und Patienten Termine bei „fremden“ Hausärztinnen und Hausärzten buchen, bietet das System angeschlossenen Behandelnden ein gutes Marketinginstrument zur Patientengewinnung. „In Amsterdam sehen wir, dass viele Hausärztinnen und Hausärzte Abgangsquoten von bis zu 20 bis 30 Prozent haben. Die Aufnahme in ein gut auffindbares System wie Doctena hilft, neue Patientinnen und Patienten zu finden.“
Doctena steigt damit in einen immer wichtigeren Markt ein, denn es ist unbestritten, dass Patientinnen und Patienten mehr Komfort wollen. Doch in den Niederlanden buhlen viele Akteure darum, das Funda der Hausärztinnen und Hausärzte zu werden – auch die Hausarztorganisationen selbst. Es gibt eine Vielzahl von Initiativen und Businessplänen.
„Zu lang, zu teuer und zu aufwendig“
Bastiaan Breukhoven, General Manager des Womens Healthcare Center in Amsterdam, gehört zu den ersten Gesundheitsdienstleistern, bei denen Patientinnen und Patienten über Doctena Termine bei Fachärztinnen und Fachärzten buchen können. „Ich habe schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, Termine online anzubieten. Ich habe mit ein paar Softwareanbietern selbst gearbeitet, aber alles dauerte lange, war schwierig und vor allem sehr teuer. Doctena ist über eine App und ein Widget (ein Stück HTML-Code, Anm. d. Red.) auf unserer Website einfach umzusetzen. Seit der Einführung vor anderthalb Wochen sind bereits die ersten Termine über die Plattform eingegangen.“
Das Womens Healthcare Center ist ein unabhängiges Behandlungszentrum (ZBC), 90 % der Patientinnen werden über die Hausärztin oder den Hausarzt zugewiesen. „Verglichen mit dem Krankenhaus sind wir eine sehr kleine Einrichtung, dafür aber zugänglich und mit kurzen Wartezeiten. Wir müssen auf innovative Dinge wie dieses setzen, um uns zu differenzieren. Nicht nur für unsere Patientinnen, sondern auch, um Krankenkassen und zuweisenden Ärztinnen und Ärzten zu zeigen: Termine bei uns werden immer einfacher. In diesem Sinne ist Doctena auch ein Marketinginstrument für uns.“
Kalender synchronisieren
Aktuell entsteht durch Doctena noch etwas zusätzlicher Aufwand, da Termine aus dem Online-Kalender auch manuell in den EHR-Kalender übernommen werden müssen. „In einigen Wochen wird es eine Anbindung geben, die beide Kalender synchronisiert – dann müssen wir uns darum nicht mehr kümmern. Die Assistenz kann einen eingehenden Termin dann einfach ablehnen, annehmen oder ändern – alles digital. Das Telefon wird im Grunde nicht mehr nötig sein.“
Laut Breukhoven sind die monatlichen Abogebühren überschaubar: „Vor allem mit Blick auf das, was wir an Service, Reichweite und Sichtbarkeit im Internet zurückbekommen.“ Damit Patientinnen am Womens Healthcare Center auf Doctena aufmerksam werden, steht auf der Terminkarte, dass der nächste Termin digital über die Online-Plattform gebucht werden kann. „Für die Patientinnen ist es ebenfalls neu; da müssen wir die Menschen ein wenig daran heranführen.“
Quelle: www.smarthealth.nl
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